{"id":2405,"date":"2026-07-16T07:02:06","date_gmt":"2026-07-16T05:02:06","guid":{"rendered":"https:\/\/neues-mitteldeutschland.de\/?p=2405"},"modified":"2026-07-16T07:02:24","modified_gmt":"2026-07-16T05:02:24","slug":"2405","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neues-mitteldeutschland.de\/index.php\/2026\/07\/16\/2405\/","title":{"rendered":"\u201eERINNERUNGEN SICHTBAR MACHEN\u201c"},"content":{"rendered":"<p>\u201eERINNERUNGEN SICHTBAR MACHEN\u201c<\/p>\n<p>Deutsch-tschechische Sch\u00fclerausstellung erz\u00e4hlt j\u00fcdische Lebensgeschichten aus Zwickau und Jablonec nad Nisou<\/p>\n<p>Seit Juni ist in den Priesterh\u00e4usern Zwickau die Sonderausstellung \u201eERINNERNS_WERT. J\u00fcdische Spuren in Zwickau\u201c zu sehen. Erg\u00e4nzend werden ab Mittwoch, dem 15. Juli im Rathaus (Foyer 1. OG) die Ergebnisse eines besonderen deutsch-tschechischen Projekts pr\u00e4sentiert: Sch\u00fcler aus Zwickau und der Partnerstadt Jablonec nad Nisou haben sich auf Spurensuche begeben und j\u00fcdische Lebensgeschichten aus ihren jeweiligen St\u00e4dten erforscht. Die zweisprachige Ausstellung (Deutsch\/Tschechisch) macht pers\u00f6nliche Erinnerungen sichtbar und zeigt, wie junge Menschen Verantwortung f\u00fcr die Geschichte \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Zwickau erz\u00e4hlt viele Geschichten \u2013 manche sind pr\u00e4sent, andere nahezu verstummt. \u201eERINNERNS_WERT. J\u00fcdische Spuren in Zwickau\u201c in den Priesterh\u00e4usern richtet den Blick auf j\u00fcdisches Leben, das \u00fcber Jahrhunderte Teil der Stadtgeschichte war. Sie macht sichtbar, was geblieben ist, aber auch, welche Spuren durch Verfolgung, Vertreibung und die Shoah verloren gingen.<\/p>\n<p>Einen besonderen Zugang zur Geschichte er\u00f6ffnet dabei das Projekt \u201eForgotten Tracks\u201c, das Sch\u00fcler des K\u00e4the-Kollwitz-Gymnasiums gemeinsam mit ihrer Lehrerin Dorit Seichter entwickelt haben. Ausgehend von privaten Fotografien, die \u00dcberlebende der Shoah oder deren Nachfahren zur Verf\u00fcgung stellten, erforschten die Jugendlichen die Biografien j\u00fcdischer Zwickauerinnen und Zwickauer.<\/p>\n<p>Mit gro\u00dfer Sorgfalt n\u00e4herten sie sich den Bildern und suchten nach den Menschen hinter den Aufnahmen: Wer waren diese Personen? Wie lebten sie? Welche Beziehungen und Spuren hinterlie\u00dfen sie in Zwickau? Die Fotografien erz\u00e4hlen von Alltag, Familie und pers\u00f6nlichen Momenten \u2013 von einem Leben, das einst selbstverst\u00e4ndlich war und durch Ausgrenzung, Verfolgung und Gewalt zerst\u00f6rt wurde. Zugleich machen sie deutlich, wie nah uns diese Menschen trotz der zeitlichen Distanz bleiben.<\/p>\n<p><em>Spurensuche auch in Jablonec n.N.<\/em><\/p>\n<p>Ausgehend von diesem Projekt initiierte das Museum Priesterh\u00e4user eine grenz\u00fcberschreitende Zusammenarbeit mit der Zwickauer Partnerstadt Jablonec. Auch dort begaben sich Sch\u00fcler auf Spurensuche: Die Jugendlichen der 9. Klasse der Libereck\u00e1-Schule erforschten unter der Leitung von Mgr. Petra Endlerov\u00e1 die Lebensgeschichten j\u00fcdischer Familien ihrer Stadt.<\/p>\n<p>Vor dem Zweiten Weltkrieg verf\u00fcgte Jablonec nad Nisou \u00fcber eine bedeutende j\u00fcdische Gemeinde, deren Leben durch die Shoah ausgel\u00f6scht wurde. Die Synagoge wurde zerst\u00f6rt, viele pers\u00f6nliche Erinnerungen gingen verloren. Dennoch sind die Spuren j\u00fcdischer Familien bis heute sichtbar: H\u00e4user, Orte und Wege erz\u00e4hlen weiterhin von den Menschen, die einst Teil der Stadtgesellschaft waren. Mithilfe historischer Dokumente, Personenstandsregister und zeitgen\u00f6ssischer Zeitungen rekonstruierten die Sch\u00fcler einzelne Biografien und f\u00fcgten die Lebensgeschichten wie ein Mosaik zusammen. Gemeinsam mit den Arbeiten aus Zwickau entstand daraus eine zweisprachige Wanderausstellung, die in beiden St\u00e4dten gezeigt wird.<\/p>\n<p>\u201eDie Idee, das Zwickauer Projekt gemeinsam mit unserer Partnerstadt Jablonec nad Nisou weiterzuentwickeln, ging von unserem Museum aus. Uns war wichtig, junge Menschen beider St\u00e4dte miteinander ins Gespr\u00e4ch zu bringen und zu zeigen, dass Erinnerungskultur keine Grenzen kennt. Die Ausstellung macht deutlich, wie historische Forschung, pers\u00f6nliche Begegnungen und internationales Miteinander ein lebendiges Erinnern erm\u00f6glichen\u201c, erkl\u00e4rt die kommissarische Museumsleiterin Nadine Holesch.<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4sentation im Zwickauer Rathaus, die bis 14. August zu sehen ist, erg\u00e4nzt die Sonderausstellung \u201eERINNERNS_WERT\u201c um eine junge Perspektive auf j\u00fcdische Geschichte. Sie verbindet historische Forschung mit pers\u00f6nlichem Engagement und l\u00e4dt dazu ein, genauer hinzusehen, Erinnerung weiterzugeben und die Geschichten der Menschen sichtbar zu machen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eERINNERUNGEN SICHTBAR MACHEN\u201c Deutsch-tschechische Sch\u00fclerausstellung erz\u00e4hlt j\u00fcdische Lebensgeschichten aus Zwickau und Jablonec nad Nisou Seit Juni ist in den Priesterh\u00e4usern Zwickau die Sonderausstellung \u201eERINNERNS_WERT. J\u00fcdische Spuren in Zwickau\u201c zu sehen. Erg\u00e4nzend werden ab Mittwoch, dem 15. Juli im Rathaus (Foyer 1. 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