{"id":2736,"date":"2026-08-06T08:04:36","date_gmt":"2026-08-06T06:04:36","guid":{"rendered":"https:\/\/neues-mitteldeutschland.de\/?p=2736"},"modified":"2026-08-06T08:04:36","modified_gmt":"2026-08-06T06:04:36","slug":"stolpersteine-im-beisein-von-angehoerigen-verlegt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neues-mitteldeutschland.de\/index.php\/2026\/08\/06\/stolpersteine-im-beisein-von-angehoerigen-verlegt\/","title":{"rendered":"Stolpersteine im Beisein von Angeh\u00f6rigen verlegt"},"content":{"rendered":"<p>Stolpersteine im Beisein von Angeh\u00f6rigen verlegt<\/p>\n<p>Sechs neue Stolpersteine erinnern seit dem 3. August 2026 an die fr\u00fcheren Erfurter B\u00fcrger und B\u00fcrgerinnen Dr. Hedwig und Siegfried Pinthus (Alfred-Hess-Stra\u00dfe 24a) sowie an Dr. Louis, Lotte, Eva und Hanna Herzberg (Gustav-Adolf-Stra\u00dfe 2). Beide Familien wurden als J\u00fcdinnen und Juden in Erfurt nach der Macht\u00fcbernahme durch die Nationalsozialisten 1933 systematisch diskriminiert und verfolgt.<\/p>\n<p>Siegfried Pinthus, Unternehmer und Mitgr\u00fcnder des gr\u00f6\u00dften Th\u00fcringer Kaufhauses \u201eR\u00f6mischer Kaiser\u201c (heutiges Einkaufszentrum \u201eAnger 1\u201c), starb nach Entrechtung und Enteignung durch die Nationalsozialisten 1937 in Friedrichroda an Herzversagen. Seine Frau Hedwig nahm sich nach der Flucht in die Niederlande 1941 das Leben. Von Schikanen, st\u00e4ndiger Verfolgung und Vertreibung war auch das Leben der Familie Herzberg gepr\u00e4gt. Der Jurist Dr. Louis Herzberg wurde nach Internierung und Deportation 1944 im KZ Auschwitz ermordet. Seine Frau Lotte (geb. Pinthus, \u00e4lteste Tochter von Hedwig und Siegfried Pinthus) und die beiden T\u00f6chter Eva und Hanna \u00fcberlebten Internierung, Deportation und mehrere Konzentrationslager. \u201eEs sind Schicksale, die uns tief betroffen machen\u201c, sagte Prof. Dr. Sabine Schmolinsky von der Initiative Stolpersteine Erfurt.<\/p>\n<p>Insgesamt 17 Nachfahren aus den USA waren am 3. August vor Ort, um ihrer verfolgten und ermordeten Angeh\u00f6rigen zu gedenken. Die Stolpersteine wurden auf deren ausdr\u00fccklichen Wunsch verlegt. In emotionalen Ansprachen dankten sie der Initiative Stolpersteine sowie der Stadt Erfurt f\u00fcr deren Engagement. \u201eWir wissen, dass heute eine andere Zeit ist und dass es viele gute und engagierte Menschen gibt, die alles daf\u00fcr tun, dass so etwas nicht wieder passiert\u201c, sagte Renee Florsheim aus Los Angeles. Ihre Mutter Eva, geb. Herzberg (Jahrgang 1924), starb im Jahr 2019, wusste aber von ihrer Tochter von den Stolpersteinen. Deren Verlegung wurde von einer engagierten Erfurterin \u00fcber Jahre geplant und mit organisiert.<\/p>\n<p>\u201eDass sich so viele Nachfahren der Familien Pinthus und Herzberg auf den Weg nach Erfurt gemacht haben, um bei den Verlegungen der Stolpersteine dabei zu sein, erf\u00fcllt uns mit Demut und tiefer Dankbarkeit\u201c, so Prof. Dr. Sabine Schmolinsky von der Initiative Stolpersteine.<\/p>\n<p>Quelle: Initiative Stolpersteine Erfurt, ein Projekt der B\u00fcrgerstiftung Erfurt.<\/p>\n<p>Vergr\u00f6\u00dfern Foto: Insgesamt 17 Familien waren angereist, um ihrer im Nationalsozialismus verfolgten Familien zu gedenken. Foto: \u00a9 Stadtverwaltung Erfurt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stolpersteine im Beisein von Angeh\u00f6rigen verlegt Sechs neue Stolpersteine erinnern seit dem 3. 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