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Dresden - Hellerau: Baubeginn am Ostflügel des Festspielhauses

Über zehn Millionen Euro fließen in das Europäische Zentrum der Künste Hellerau

Oberbürgermeister Dirk Hilbert gab am Montag den, 11. Oktober 2021, gemeinsam mit Intendantin Carena Schlewitt den Auftakt für die Instandsetzung und die Modernisierung des Ostflügels des Festspielhauses Hellerau. Damit beginnt der Umbau des letzten alten, ungenutzten Gebäudes innerhalb des denkmalgeschützten Ensembles auf der Karl-Liebknecht-Straße in Dresden-Hellerau.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert: „Die denkmalgerechte Wiederherstellung des gesamten Festspielareals von Hellerau trägt wesentlich dazu bei, die Bewerbung Helleraus als Weltkulturerbe der UNESCO zu stärken. Für HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste als international arbeitendes Haus der freien darstellenden Künste ist die Fertigstellung ein wichtiger Meilenstein, denn damit erhalten künstlerische Produktion und der Austausch mit dem Publikum einen neuen Ort der Begegnung.“

Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch weist auf die besondere geschichtliche Bedeutung des Gebäudeensembles hin: „Mit der Übertragung des Festspielhauses Hellerau an die Landeshauptstadt Dresden haben wir nicht nur die Verantwortung für die Pflege des kulturellen Erbes im Bereich des Tanzes und der Performativen Künste übernommen, sondern auch einen vielfältig historisch geprägten Ort. Im Rahmen der Sanierung wollen wir das Festspielhaus auch als Erinnerungsort an die NS-Diktatur und die Nutzung als SS-Polizeischule entwickeln. Dazu haben wir bereits ein Forschungsauftrag an das Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde vergeben.“

Das Dresdner Architekturbüro Heinle, Wischer und Partner stellt die ursprüngliche städtebauliche Idee des tessenowschen Areals in abgeänderter Form wieder her. Der Eingang in den Ostflügel wird ein offenes, gebäudehohes, modernes Foyer. Blickfang sind die Dachkonstruktionen aus Kroher-Bindern* und die historische Sicht- und Bewegungsachse vom Festspielplatz zum Heinrich-Tessenow-Weg. Bis 2023 soll das Gebäude mit Künstlerappartements, Probestudio und Studiobühne sowie einem Restaurant für das Europäische Zentrum der Künste (EZKH) ausgebaut werden.

Insgesamt rund zehn Millionen Euro werden investiert. Der Freistaat Sachsen fördert den Bau als Schlüsselprojekt der Stadterneuerung innerhalb des Fördergebietes „Städtebaulicher Denkmalschutz (SDP), Dresden SD 02, Gartenstadt Hellerau“ mit rund fünf Millionen Euro. Aus Mitteln der Parteien- und Massenorganisationen der ehemaligen DDR (PMO-Mittel) gibt es zwei Millionen Euro.

In den vergangenen Jahren fanden neben der Dachsicherung auch Notsicherungen zum Erhalt der Bausubstanz statt.

Baubegleitende Informationen werden auf www.hellerau.org/de/ostfluegel-hellerau/ regelmäßig veröffentlicht.

* Kroher-Binder: geometrisch und grafisch imposante Gestaltungsmerkmale des Dachstuhls, die einst in Zeiten des Holzmangels von Ludwig Kroher entwickelt worden sind. Derartige Brettbinder sind heutzutage kaum noch vorhanden und sollen daher sichtbar bleiben.