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Erfurt - Welchen Wert hat das Petersberg-Wäldchen?

Erfurts Stadtsprecher Daniel Baumbach (links) interviewte Dr. Eberhard Czekalla, den langjährigen Leiter der Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau in Erfurt. Erfurts Stadtsprecher Daniel Baumbach (links) interviewte Dr. Eberhard Czekalla, den langjährigen Leiter der Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau in Erfurt. Foto: © Stadtverwaltung Erfurt
Seit der Bau des Bastionskronenpfads auf die Tagesordnung gerückt ist, ist auch das kleine Petersberg-Wäldchen wieder in den Blickpunkt gekommen. Die Stadt Erfurt muss für den Bau des Bastionskronenpfades etwa zwei Dutzend Bäume (laut Baumsatzung) fällen lassen. Die große Frage ist, wie wertvoll ist dieses Petersberg-Wäldchen? Ein Interview mit Dr. Eberhard Czekalla, dem langjährigen Leiter der Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau in Erfurt.

Herr Dr. Czekalla, wie schützenswert ist denn das Petersbergwäldchen?

Der Schutz ist immer abzuwägen, mit dem was durch Baumaßnahmen gewonnen wird. Im Moment ist das Wäldchen in einem bedauernswerten Zustand. Es ist ein Aufwuchs, der forstwirtschaftlich nicht bearbeitet worden ist. Es ist ein Aufwuchs, in dem Müll herum liegt. Das genutzt wird durch Quadfahrer. Das heißt also, dass dieses Wäldchen erst mal richtig bearbeitet werden muss, damit es schützenswert ist und wirklich eine Grünanlage darstellt, die uns erfreuen kann. Mit dem Bastions- und Baumkronenpfad wird hier ein Erlebnis geschaffen für Bürger, die sich mit Bäumen und anderen Gehölzen nicht gut auskennen. Man kann von oben erst mal auch in die Bäume bzw. Gehölze hinein sehen und eine Empathie dafür entwickeln. Genau das ist es, was mit einem solchen Baumkronenpfad angestrebt wird, und ich kann nicht verstehen, dass Baumschutz nur darauf zielt, etwas Bestehendes zu erhalten. Bäume entwickeln sich, Natur entwickelt sich, und man muss immer die Bedingungen für diese Entwicklung auch für die Zukunft betrachten. Deshalb würde ich sagen, dieses Wäldchen müsste aufgeforstet und bearbeitet werden. Denn ein Urwald dort entwickeln zu lassen, halte ich für nicht unbedingt sinnvoll.

Welche Chancen entstehen jetzt durch eine gezielte Neuaufforstung, die ja sicherlich mit diesem Baumkronenpfad einhergeht?

Es ist die Entwicklung der einzelnen Bäume besser möglich. Es ist mehr Lichtung möglich und wenn dieses Wäldchen dann auch von Fremdkörpern fern gehalten wird, von falscher Nutzung fern gehalten wird, dann kann das auch nur der Entwicklung dieses Wäldchens dienen.

Wenn wir jetzt so 10/20 Jahre vorausblicken, wie könnte es dann an diesem Baumkronenpfad aussehen? Sind dann da neue Bäume gewachsen?

Wenn entsprechend aufgeforstet wird, neu gepflanzt wird, sind in 25-40 Jahren, aber auch noch in 50/60 Jahren entsprechende Zustände der Gehölze in ihrer Entwicklung zu betrachten und wahrzunehmen. Und ich halte ein solches Wäldchen an dieser Stelle durchaus für schützenswert. Aber unter dem Aspekt, dass es eine Entwicklungsmöglichkeit hat.

Das Interview

Text; Stadt Erfurt

 
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