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Erfurt - Stadt Erfurt steht zur jüdischen Gemeinde. Gespräch zweier Dezernenten mit Landesvorsitzenden.

Amtierende Kulturdirektorin Sarah Laubenstein, Kulturdezernent Tobias Knoblich, Reinhard Schramm und Andreas Horn in der Neuen Synagoge in Erfurt. Amtierende Kulturdirektorin Sarah Laubenstein, Kulturdezernent Tobias Knoblich, Reinhard Schramm und Andreas Horn in der Neuen Synagoge in Erfurt. Foto: © Stadtverwaltung Erfurt
„Wir wollten nicht in hektische Symbolpolitik verfallen, weshalb wir erst heute hier bei Ihnen sind. Doch dieser Besuch ist uns überaus wichtig, um unsere Solidarität mit unseren jüdischen Mitbürgern auszudrücken“, sagte Erfurts Kultur- und Stadtentwicklungsdezernent Dr. Tobias J. Knoblich zu Prof. Dr. Reinhard Schramm, den Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen. Gemeinsam mit seinem Kollegen Andreas Horn und der amtierenden Kulturdirektorin Sarah Laubenstein besuchte Knoblich am Mittag die Jüdische Landesgemeinde am Juri-Gagarin-Ring. „Es ist unerträglich, was vergangene Woche in Halle passiert ist. Das verurteilen wir zutiefst“, ergänzte Sicherheitsdezernent Horn.

Das einstündige Gespräch der Stadtvertreter mit dem obersten Repräsentanten der zirka 850 Juden im Freistaat drehte sich um die Folgen des Anschlags auf die jüdische Synagoge in Halle/Saale am vergangenen Mittwoch. Ein deutscher Rechtsextremist hatte am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur schwer bewaffnet versucht, in das voll besetzte Gotteshaus einzudringen. Als er scheiterte, erschoss er zwei Unbeteiligte. Später wurde er von der Polizei festgenommen. „Ich habe nach diesem versuchten Massenmord keine Angst“, so Reinhard Schramm. „Aber viele unserer Mitglieder sind sehr verängstigt. Da ist es für sie gut zu hören, dass es eine große Anteilnahme und Fürsprache gibt.“

Wie Andreas Horn sagte, wird sich die Stadt Erfurt auch zukünftig stark machen gegen Antisemitismus, Rassismus und Hass in der Stadtgesellschaft. Horn: „Die Landeshauptstadt steht für gelebte Toleranz und ein friedliches Miteinander. Die jüdische Gemeinschaft ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft.“ Für ihn und Tobias Knoblich ist das Zusammenleben mit jüdischen Erfurtern Alltag. „Wir wollen, dass das auch weiterhin ganz normal bleibt“, so Knoblich. Um ein positives Zeichen zu setzen, wollen die Stadtvertreter ein „Get-together“ mit der Thüringer Staatskanzlei organisieren – wahrscheinlich im November auf dem Fischmarkt. Der Erfurter Politikwissenschaftler Prof. Alexander Thumfart hatte das vorgeschlagen. Am Donnerstag soll es dazu in der Stadtverwaltung erste Gespräche geben.

Text; Stadt Erfurt

 
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