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Gera - Reges Interesse am Regionalforum "Folgen der Klimakrise für Stadt und Land - wie passt Thüringen sich an?"

Gera - Reges Interesse am Regionalforum "Folgen der Klimakrise für Stadt und Land - wie passt Thüringen sich an?" © Uta Kolano/ NHZ

Reges Interesse am Regionalforum "Folgen der Klimakrise für Stadt und Land - wie passt Thüringen sich an?" am 5. September in Gera

Extremwetterereignisse wie Starkregen und anhaltende Dürre oder auch sich explosionsartig vermehrende Insekten - das Klima ändert sich und damit unsere Lebensbedingungen. Das ist nicht nur spür- sondern auch messbar. Deutlich wärmer wird es insbesondere im Thüringer Becken, dem Altenburger Land und in den Flusstälern. So zeigt beispielsweise die Auswertung der Daten der DWD-Wetterstation Gera-Leumnitz, dass der April mittlerweile so warm ist, wie vor 1990 noch der Mai. Und der Blick auf die klimatische Wasserbilanz alarmiert: es verdunstet mehr, als dazukommt.

Das Thema Klimawandel und -anpassung stieß auf reges Interesse; die Baude im Geraer Tierpark war mit fast 70 Teilnehmer*innen vollbesetzt. Der Tierpark ist selbst von vielen dieser Themen betroffen, wurden hier doch in den letzten Jahren mehrfach Gehege durch sturmgefällte Bäume zerstört oder durch Hochwasser überspült.

Wo geht die Klimareise hin? Wie können Städte und Gemeinden die zu erwartenden Schäden reduzieren bzw. vermeiden? Welche alltagstauglichen Aktivitäten schützen die Gesundheit der Einwohner? Julian Vonarb, Oberbürgermeister der Stadt Gera, Dr. Klaus Wagner, Präsident Thüringer Bauernverband e. V., Frank Reinhardt, Leiter Klimaagentur, sowie Konrad Steinbrecht von der Stadtplanung Gera traten in einen lebhaften Dialog. Die Stadt Gera beispielsweise hat seit Anfang des Jahres einen Klimaschutzmanager, was den politischen Willen der Stadt Gera zeige, unterstrich Julian Vonarb. Eine bessere Steuerung von Aktivitäten zur Klimaanpassung in den einzelnen Stadtteilen Geras eröffne sich durch die Teilnahme am Modellprojekt „Smart City“.

Daniel Knopf, Geschäftsführer von ThINK Jena, stellte in seinem Vortrag heraus, dass es viele Möglichkeiten gibt, die erhöhte sommerliche Wärmebelastung in bebauten Bereichen zu senken. Eine wichtige Rolle spielen insbesondere wasserversorgte Grünanlagen, Beschattung (auch durch Bäume), Frischluftschneisen und die Veränderung von Dachflächen durch helle Farben oder Begrünung.
Dr. Marcus Schindewolf, Referent beim Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR), hob bodenschonende Produktions- und Anbauverfahren wie Direktsaatverfahren hervor, welche die zerstörerische Kraft aufprallender Starkniederschläge dämpfen können. Diese werden aber von den Landwirten aufgrund wirtschaftlicher Zwänge kaum angewendet. Pflanzenbauliche Maßnahmen wären zu kombinieren mit Hochwasserschutz. Die Anpassungsmaßnahmen müssen aber in den Betrieb passen, brauchen Wissen und Investition. An dieser Stelle gab es das Angebot von Felix Schmigalle, Klimaschutzmanger des Ilm-Kreises, an den Thüringer Bauernverband, gemeinsam konkrete Konzepte und Maßnahmen zu erarbeiten unter Nutzung der Fördermittel der Thüringer Aufbaubank.

Auf den anschließenden Exkursionen durch die Stadt Gera oder zum Agrarbetrieb La-Pro-Ha wurden die derzeitigen klimatischen Bedingungen und Herausforderungen noch deutlicher.
Die Exkursion durch Gera drehte sich um Aktivitäten zum Hochwasserschutz und um die Frage: Was ist der Stadtbaum der Zukunft? Die Kastanie wohl leider nicht mehr. Eine Antwort kann nur das Ausprobieren von Sorten an geeigneten Stellen bringen.
Fragen wie „Kann Erosion von Ackerboden durch Hecken aufgehalten werden?“ oder „Können landwirtschaftlich genutzte Wälder - sogenannte Agroforste – z.B. den Wasserhaushalt verbessern?“ wurden auf der zweiten Exkursion besprochen. Außerdem ging es um Permakultur und Tierhaltung.

Die Teilnehmenden gingen mit vielen neuen Ideen und Anregungen nach Hause. Fazit war, dass die unterschiedlichen Akteure mehr miteinander sprechen und gemeinsam handeln wollen. Und Handeln ist auch das Gebot der Stunde.

Veranstaltet wurde das Regionalforum vom Nachhaltigkeitszentrum Thüringen in Kooperation mit dem Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz (ThINK) und der Stadt Gera.

Link: https://www.nhz-th.de/fileadmin/media/nhz/Dokumente/2019/Presse/FazitRegionalforumGera2019.pdf

 

Quelle: Stadt Gera

 

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