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Gera - Kabinettausstellung „Steinbruch Kahlleite – Erloschene Mineralfundstelle in Ostthüringen“ im Museum für Naturkunde Gera

Gera - Kabinettausstellung „Steinbruch Kahlleite – Erloschene Mineralfundstelle in Ostthüringen“ im Museum für Naturkunde Gera Foto: Matthias Reinhardt

Vom 8. Juni 2021 bis zum 30. Januar 2022 präsentiert das Museum für Naturkunde Gera ergänzend zu seinen ständigen mineralogischen Ausstellungen die Kabinettausstellung „Steinbruch Kahlleite – Erloschene Mineralfundstelle in Ostthüringen“. Die Schau setzt eine rote Linie des Museums fort, in der insbesondere Fundstellen und Aufschlüsse im Ostthüringer Raum aus mineralogischer Sicht vorgestellt werden. Dementsprechend widmet sich die Ausstellung den über 30 verschiedenen nachgewiesenen Mineralen des Steinbruchs, darunter ein für Deutschland einzigartiges Mineral. Die Mineralstufen stammen der Sammlung des Museums für Naturkunde Gera und aus den privaten Sammlungen von Daniel Köhler, Andreas Reinhold und Herbert Sinnig. Insgesamt werden 67 Exemplare präsentiert.

 

Die meisten Mineralfunde gelangen enthusiastischen Mineraliensammlern im Steinbruch Kahlleite zwischen 1990 und 2010. Im Rahmen der Ausstellung wurde die Liste der nachgewiesenen Minerale noch einmal überarbeitet und ergänzt. Etwa 30 verschiedene Minerale sind aus dem Steinbruch nachgewiesen. Neben Quarz und Calcit wurden von den Sammlern gelbliche Anatase, wasserklare Aragonite und grazile Malachite geborgen. Nur an einem eng umgrenzten Bereich entdeckt wurden Cinnabarit und Manganit. Beide Minerale sind in Ostthüringen nur von wenigen Fundstellen bekannt. Mineralogischer Höhepunkt des Aufschlusses ist das seltene Mineral Ferroaluminoseladonit, das in wurmartigen Aggregaten in angewitterten Blasenhohlräumen einer Pillowlava entdeckt wurde. Weltweit sind nur sehr wenige Fundorte dieses Minerals beschrieben, innerhalb Deutschlands gilt der Steinbruch Kahlleite als einzige nachgewiesene Fundstelle.

 

Regionalgeologisch ist die Lage des Steinbruchs Kahlleite in die Nordwestflanke des Bergaer Sattels einzuordnen. Während des Oberdevons von vor ca. 360 bis 380 Millionen Jahren war das Gebiet des Steinbruchs ein eher flacher Meeresbereich mit intensivem Vulkanismus.

 

Die Ausstellung wurde durch die tatkräftige Unterstützung vieler Mitglieder des Vereins „Geraer Mineralien- und Fossilienfreunde e. V.“ ermöglicht.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, Feiertage 11.00 bis 17.00 Uhr