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Gera - Thüringer Regelungen erzwingen Absage des Geraer Märchenmarktes

Gera - Thüringer Regelungen erzwingen Absage des Geraer Märchenmarktes Bild: Neues-Mitteldeutschland

Die Stadt Gera muss ihren traditionellen Märchenmarkt absagen. Bis zuletzt wurde an der Durchführung des einzigartigen Weihnachtsmarktes festgehalten, um in dem kräftezehrenden Jahr 2021 Bürgerinnen und Bürgern sowie Gästen ein kleines Stück Normalität zu schenken. „Durch die Weisung vom Freistaat Thüringen, dass auch bei Veranstaltungen unter freiem Himmel eine 2G-Regelung gilt, musste ich schweren Herzens unseren Märchenmarkt begraben. Noch am Montag wurde sich gemeinsam mit dem Freistaat dazu ausgetauscht, eine Sonderregelung für Spezialmärkte zu favorisieren – sogar ein Branchendialog war geplant. Doch dann kam kurzfristig am gestrigen Mittwochabend alles anders, als dann auf Nachfrage im Ministerium die niederschmetternde Bestätigung kam. Besonders leid tut es mir um die engagierten Händlerinnen und Händler wie auch um all diejenigen die auch diese Jahr keinen Lichtblick in der Weihnachtszeit haben“, erklärt Oberbürgermeister Julian Vonarb. Eine Umzäunung der Weihnachtsmarktfläche und die damit verbundene Kontrollnotwendigkeit sei in Gera schlicht technisch nicht umsetzbar.

 

Das Konzept der diesjährigen Planung sah eine Entzerrung möglicher Besucherströme vor. Eine Konzentration auf enge Standorte sollte vermieden werden. So wurde ein Rundgang durch die Innenstadt mit dem Start auf dem Marktplatz organisiert. Die entwickelte Rundtour wäre dann über die Große Kirchstraße, den Steinweg, die Sorge mit Ausleger in die Schloßstraße, weiter in die Bachgasse, zum Museumsplatz und über den Johannisplatz und die Kleine Kirchstraße wieder zurück zum Markt verlaufen. Die Stände und Buden wurden wegen des Infektionsschutzes in deutlich größerem Abstand als die Jahre zuvor platziert und mit den beleuchteten Märchen sowie weiteren dekorativen Elementen optisch verbunden. „Wir haben einen enormen Kraftakt hinter uns. Das Kulturamt, das Gesundheitsamt, Händler, Gastronomen und viele weitere Partner haben sich mit sehr viel Herzblut in dieses tolle Konzept gestürzt, das mit Sicherheit funktioniert hätte. Leider lässt sich kurzfristig innerhalb weniger Tage eine Anpassung in dieser Größenordnung nicht umsetzen“, bedauert Vonarb.

 

Der diesjährige Märchenmarkt hätte nach der Pause im vergangenen Jahr sein 25-jähriges Jubiläum gefeiert. Seit 1995 stehen knapp 40 lebensgroße, handgefertigte und liebevoll gestaltete Märchenfiguren im Mittelpunkt des Geraer Weihnachtsmarkts und gaben ihm seinen Namen. Unzählige festlich dekorierte Stände mit vielen weihnachtlichen Waren, darunter Kunsthandwerk, Thüringer Spezialitäten, internationale Leckereien und Glühweinspezialitäten sorgen für eine überregionale Beliebtheit. Die Stadt Gera hofft nun, den Weihnachtsmann, der in jedem Jahr auf seiner Bühne an der großen Tanne in Mitten des Marktplatzes ein offenes Ohr für die Wünsche der Kinder hatte, 2022 wieder wie gewohnt begrüßen zu können.

 

Als kleinen Trost veranlasste Oberbürgermeister Vonarb, dass auch in diesem Jahr die Märchenfiguren aufgestellt werden sowie eine weihnachtliche Beleuchtung in der Innenstadt angebracht wird, um für eine festliche Stimmung zu sorgen und zu einem Spaziergang einzuladen.