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Halle (Saale) – Neue Blicke auf die Arbeiten eines prägenden Gestalters

(halle.de/ps) Erstmals seit über 30 Jahren wird dem Möbelgestalter, Bauhäusler und Burg-Lehrer Erich Dieckmann (1896–1944) wieder eine große Ausstellung gewidmet, die im Frühjahr 2022 in Halle (Saale) und Berlin zu sehen sein wird. Die Wiederentdeckung dieses prägenden Gestalters, der wie Marcel Breuer mit Formen und Materialien experimentierte und Typenmöbelprogramme nach streng geometrischen Formen entwickelte, ist eine gemeinschaftliche Idee des Kunstgewerbemuseums und der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin mit der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt und der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Sowohl in Berlin als auch in Halle (Saale) hatte Dieckmann gewirkt.

Nach einem Architekturstudium in Danzig und einem Mal- und Zeichenstudium in Dresden kam Erich Dieckmann 1921 an das Bauhaus nach Weimar, um dort eine Tischlerlehre zu absolvieren. Nachdem das Bauhaus 1925 nach Dessau weitergezogen war, blieb Dieckmann in der Nachfolgeeinrichtung, der Staatlichen Bauhochschule Weimar, und wurde dort im selben Jahr Leiter der Tischlerwerkstatt. 1931 folgte er vielen ehemaligen Bauhäuslern wie Marguerite Friedlaender und Gerhard Marcks an die Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein nach Halle (Saale). Dort leitete er von 1931 bis zu seiner Entlassung durch die Nationalsozialisten 1933 die Tischlereiwerkstatt. Danach schlug er sich schwer krank mit Sachbearbeiter- und Referentenjobs durch, bis er im November 1944 mit nur 48 Jahren starb.

Die geplante Ausstellung will nicht nur Leben und Werk Dieckmanns präsentieren, sondern wird auch danach fragen, wie inspirierend seine Ideen für heutige Gestalterinnen und Gestalter sind. Maßgeblich gefördert wird das Projekt durch das Land Sachsen-Anhalt. Starten wird die Ausstellung am 12. Februar 2022 in den Räumen der Kunststiftung Sachsen-Anhalt in Halle (Saale) und den Ausstellungsräumen der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Ab 8. April ist sie im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin am Kulturforum zu sehen.

In der Kunststiftung Sachsen-Anhalt in Halle (Saale) arbeiten neben historischen Dokumenten und Objekten die Künstlerin Margit Jäschke und der Designer Stephan Schulz unter dem Titel „Living like Dieckmann“ an einem Raumkonzept für das 21. Jahrhundert. Es soll der Frage nachgehen, wie man im 21. Jahrhundert nachhaltig, schön und nützlich Alltagsgegenstände entwirft und umsetzt, die unser unmittelbares Lebensumfeld betreffen.

In der Burg Galerie im Volkspark in Halle (Saale) werden experimentelle Arbeiten von Kunst- und Designstudierenden der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (BURG) neben ausgewählten Werken Dieckmanns zu sehen sein. Wie kann Dieckmanns Werk heute eingeordnet und interpretiert werden? Können die Ideen in die Zukunft transferiert, weiterentwickelt sowie neue Denkräume eröffnet werden? Und wie sehen Utopien für das 21. Jahrhundert aus? Studierende aus Industriedesign, Kommunikationsdesign, Kunst (Lehramt) sowie den Design Studies der BURG setzen sich hierzu mit dem Werk Erich Dieckmanns auseinander. Historische Objekte, Skizzen sowie Möbel aus dem Archiv der Kunsthochschule sowie der Stadt Halle (Saale) dienen dabei als Grundlage für eine aktuelle Annäherung; in mehreren Semesterprojekten entwickeln die Burg-Studierenden Arbeiten, die sich aus heutiger Sicht mit dem Werk befassen werden.