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Veranstaltungskalender

Leipzig - Leipzig Week- in Boston

Leipzig - Leipzig Week- in Boston Bild: Neues-Mitteldeutschland

27. Oktober - 2. November 2019
»Leipzig Week« in Boston
Gemeinschaftskonzerte mit dem Boston Symphony Orchestra und Abschlusskonzert des Deutschlandjahres der Bundesrepublik Deutschland in den USA.

Das gab es noch nie: Zwei Orchester von Weltrang stehen gemeinsam auf einer Konzertbühne. Möglich macht es die Zusammenarbeit des Gewandhausorchesters Leipzig mit dem Boston Symphony Orchestra unter der gemeinsamen Leitung von Andris Nelsons. Das erste der drei Gemeinschaftskonzerte am 31. Oktober 2019 in Boston ist das offizielle Abschlusskonzert des Deutschlandjahres der Bundesrepublik Deutschland in den USA unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der das Konzert auch besuchen wird.


Das Gewandhausorchester gibt vom 27. Oktober bis 2. November 2019 fünf Konzerte in Boston, zwei eigene sowie drei Konzerte gemeinsam mit dem Boston Symphony Orchestra. Sie stehen im Zeichen des 30-jährigen Jubiläums der Friedlichen Revolution. Die gemeinsamen Konzerte des Gewandhausorchesters mit dem Boston Symphony Orchestra sind Teil des Deutschlandjahres der Bundesrepublik in den USA.

Oberbürgermeister Burkhard Jung: »Das ist eine große Ehre für unsere Stadt:
unser Gewandhausorchester verleiht dem Deutschlandjahr in den USA einen würdigen Abschluss. Unsere Partnerschaft mit dem Boston Symphony Orchestra hat sich bereits gelohnt, nicht nur musikalisch. Leipzig ist mit dabei, wenn sich die Bundesrepublik in den USA präsentiert. Ich bin mir sicher, dass diese Kooperation auch weiterhin den kulturellen, wirtschaftlichen und touristischen Austausch beflügeln wird.«

Das Deutschlandjahr in den USA von Oktober 2018 bis Oktober 2019 steht unter dem Motto »wunderbar together«. Es wird gefördert durch das Auswärtige Amt, realisiert durch das Goethe-Institut und unterstützt durch den Bundesverband der Deutschen Industrie.

US-Generalkonsul Timothy Eydelnant zur Leipzig Week in Boston: »Als Generalkonsul der USA für Mitteldeutschland freut es mich, dass die Verbindungen zwischen Leipzig und den Vereinigten Staaten weiter wachsen. Die Kooperation zwischen dem Leipziger Gewandhausorchester und dem Boston Symphony Orchestra haben wir am Generalkonsulat von Beginn an begleitet und unterstützt. Es ist ein schönes Zeichen, dass 30 Jahre nach dem Mauerfall der Auftritt eines Leipziger Orchesters ein Highlight des Deutschlandjahres in den USA darstellen wird. Es freut mich auch, dass eine Delegation aus Leipzig zur Leipzig Week nach Boston reisen und vor Ort weitere Kontakte und Verbindungen knüpfen wird. Es sind diese Verbindungen von Stadt zu Stadt, von Mensch zu Mensch, die das Fundament unserer transatlantischen Partnerschaft bilden.«

Im Rahmen der Leipzig Week in Boston sind interessierte Besucher auch am 29. und 30. Oktober in die Boston Public Library zu Gesprächen über die musikalischen Traditionen des Gewandhausorchesters und des Boston Symphony Orchestra eingeladen.

»Die Kooperation zwischen dem Gewandhausorchester und dem Boston Symphony Orchestra knüpft an die zahlreichen historischen Verbindungen zwischen den beiden Weltklasseorchestern an«, erklärt Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke. »Großartige Projekte wie das Musiker-Austauschprogramm, die gemeinsamen Kompositionsaufträge sowie die Schwerpunktwochen in Boston und Leipzig mit der Interpretation des typischen Kernrepertoires des jeweils anderen Orchesters, bauen eine musikalische Brücke über den Ozean und zeigen eindrucksvoll, dass die Zusammenarbeit beider Orchester unter der Leitung von Andris Nelsons Früchte trägt. Das Abschlusskonzert des Deutschlandjahres in den USA, bei dem beide Orchester gemeinsam musizieren, unterstreicht die besondere Bedeutung dieser Kooperation in der Musikwelt.«

Andris Nelsons ist 21. Gewandhauskapellmeister des Gewandhausorchesters und Music Director des Boston Symphony Orchestra. Mit seinem Amtsantritt im Februar 2018 wurde eine intensive und in der Musikwelt einzigartige Partnerschaft zwischen beiden Orchestern ins Leben gerufen. Zu dieser Partnerschaft gehören neben der Boston-Woche in Leipzig, der Leipzig Week in Boston, gemeinschaftlichen Auftragskompositionen, dem Musikeraustausch zwischen den Orchestern und dem Austausch von Mitgliedern der Akademien (Mendelssohn-Orchesterakademie und Tanglewood Music Center) auch gegenseitige Gastspiele in Leipzig und in Boston.

»Ich bin dankbar, dass meine Kollegen im Gewandhausorchester und Boston Symphony Orchestra gemeinsam diese, in der Musikwelt beispiellose, Zusammenarbeit eingegangen sind. Die Partnerschaft beider Orchester macht das jeweilige musikalische Erbe und die gemeinsame Historie erlebbar und schafft neue künstlerische Synergien. Von der Uraufführung neuer Werke dies- und jenseits des Atlantiks, über den Austausch von Musikern, präsentieren wir ein breites Spektrum von Projekten. Durch die Stärken und großen Traditionen dieser beiden Orchester, die wir hier zusammengebracht haben, ist es uns gelungen, einen neuen und dynamischen Ansatz der Programmgestaltung zu entwickeln, mit dem wir unser Publikum hoffentlich bei unseren gemeinsamen Konzerten begeistern werden«, sagt Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons.

Die Gastspielreise des Gewandhausorchesters startet ab dem 19. Oktober mit fünf Konzerten in Europa (Wien, Lugano und Stuttgart), gefolgt von der Leipzig Week in Boston mit zwei Konzerten des Gewandhausorchesters und drei gemeinsamen Konzerten von Gewandhausorchester und Boston Symphony Orchestra.

 

Konzerte der Leipzig Week in Boston, 27. OKT – 2. NOV 2019

Gewandhausorchester (GHO), Andris Nelsons, Leonidas Kavakos Violine, Gautier Capuçon Violoncello

27. OKT, Boston Symphony Hall
Johannes Brahms - Konzert für Violine, Violoncello und Orchester a-Moll op. 102 Franz Schubert
-8. Sinfonie C-Dur D 944 (»Große C-Dur-Sinfonie«)

29. OKT, Boston Symphony Hall
Gustav Mahler - Blumine - 2. Satz der Erstfassung der 1. Sinfonie D-Dur Robert Schumann
- Konzert für Violoncello und Orchester a-Moll op. 129 Richard Wagner
- Ouvertüre zur Oper »Der fliegende Holländer« WWV 63  Felix Mendelssohn Bartholdy
- 3. Sinfonie a-Moll op. 56 MWV N 18 (»Schottische«)

Gewandhausorchester und Boston Symphony Orchestra (BSO), Andris Nelsons, Olivier Latry Orgel, John Ferrillo Oboe (BSO), Richard Svoboda Fagott (BSO) , Frank-Michael Erben Violine (GHO), Christian Giger Violoncello (GHO)

31. OKT, 1. NOV, 2. NOV, Boston Symphony Hall
Richard Strauss - Festliches Präludium für großes Orchester und Orgel op. 61 Joseph Haydn - Sinfonia concertante für Oboe, Fagott, Violine, Violoncello und Orchester B-Dur Hob. I:105 Arnold Schönberg
- Verklärte Nacht op. 4 (Fassung für Streichorchester) Alexander Skrjabin
- Le poème de l’extase für großes Orchester op. 54

Rahmenprogramm der Leipzig Week in Boston

29. OKT, Boston Public Library, Rabb Hall
Gesprächsrunde mit Prof. Christoph Wolff und Dr. Daniel Beller-McKenna zur reichen Tradition von Uraufführungen des GHO im 19. Jahrhundert, mit musikalischer Umrahmung durch Mitglieder des BSO.

30. OKT, Boston Public Library, Rabb Hall
Gesprächsrunde mit Prof. Christoph Wolff und Musikern des GHO und BSO zu den klanglichen Besonderheiten und Unterschieden beider Orchester.

Konzerte in Europa, 19. - 24. OKT 2019

Gewandhausorchester, Andris Nelsons, Gautier Capuçon Violoncello, Rudolf Buchbinder Klavier

19. OKT, Musikverein Wien / 23. OKT, Lugano Arte e Cultura / 24. OKT, Liederhalle Stuttgart
Gustav Mahler - Blumine - 2. Satz der Erstfassung der 1. Sinfonie D-Dur
Robert Schumann - Konzert für Violoncello und Orchester a-Moll op. 129
Richard Wagner - Ouvertüre zur Oper »Der fliegende Holländer« WWV 63
Felix Mendelssohn Bartholdy - 3. Sinfonie a-Moll op. 56 MWV N 18 (»Schottische«)

20. OKT, Musikverein Wien / 21. OKT, Lugano Arte e Cultura
Ludwig van Beethoven - 1. Konzert für Klavier und Orchester C-Dur op. 15
Franz Schubert - 8. Sinfonie C-Dur D 944 (»Große C-Dur-Sinfonie«)

Historische Verbindungen von GHO und BSO

Zahlreich sind die historischen Bezüge zwischen den beiden Spitzenorchestern. Die Geschichte der engen künstlerischen Verbindung zwischen Leipzig und Boston begann im Jahr 1881, als BSO-Orchestergründer Henry Lee Higginson den am Leipziger Konservatorium ausgebildeten Georg Henschel als ersten Dirigenten des BSO engagierte. In der Folge wurden immer wieder Dirigenten berufen, die in Leipzig ausgebildet worden waren oder Stellen im GHO innehatten. Darunter Wilhelm Gericke, Emil Pauer, Max Fiedler, Karl Muck und - vielleicht der wichtigste - Arthur Nikisch. Mitte des Zwanzigsten Jahrhunderts wurde die Verbindung bekräftigt, als Charles Münch im Jahr 1949 Chefdirigent des BSO wurde (bis 1962). Münch hatte ebenfalls in Leipzig studiert und war von 1923 bis 1933 erster Konzertmeister des GHO. Darüber hinaus ist der Neubau der Boston Symphony Hall aus dem Jahre 1900 vom Zweiten Gewandhaus inspiriert.

Historische Informationen zur Leipzig Week in Boston und Herbsttournee

Das GHO trägt seit 1916 seinen unverwechselbaren Klang bei mehreren Gastspielreisen pro Saison in die Welt. Vor genau 45 Jahren bereiste das GHO erstmals die USA. Auch Boston war eines der Ziele dieser Tournee im Oktober/November 1974. Seither gastierte das GHO zwölf Mal in Massachusetts, zuletzt 2014. Die Konzerte im Rahmen der »Leipzig Week« in Boston sind das USA-Debüt des GHO mit seinem 21. Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons.

Seit 1960 bereist das GHO die österreichische Hauptstadt Wien und hat dort bislang 65 Konzerte gegeben. 1966 gastierte das Orchester erstmals in Lugano, wo es bislang nur drei Konzerte gegeben hat, zuletzt 1992 mit Kurt Masur. Stuttgart ist seit 1933 Gastspielziel des GHO. Der letzte der bislang 16 Auftritte fand im Jahr 2016 statt. Die diesjährigen Konzerte in Lugano, Stuttgart und Boston sind die ersten Auftritte in diesen Städten des GHO gemeinsam mit Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons.

30 Jahre Friedliche Revolution

Die Konzerte des GHO in Boston stehen auch im Zeichen des deutschen Mauerfalls, der sich am 9. November 2019 zum dreißigsten Mal jährt und der in der Folge der maßgeblichen Leipziger Montagsdemonstration vom 9. Oktober 1989 geschah.

Das Vorgehen der DDR-Sicherheitskräfte gegen die Leipziger Demonstranten veranlasste den damaligen Gewandhauskapellmeister, Kurt Masur, zu dem Satz »Ich schäme mich«, den er in einem ARD-Interview formulierte. In einem öffentlichen Brief vom 5. Oktober 1989 unterstützten die Mitglieder des GHO ihren

musikalischen Chef »Für einen sinnvollen Dialog«. Die Stellungnahme wurde am 10. Oktober in der Leipziger Volkszeitung abgedruckt. Zuvor jedoch kam dem 9. Oktober 1989, jenem Tag der entscheidenden Montagsdemonstration in Leipzig, weltpolitische Dimension zu, als angesichts der gefährlich zugespitzten Lage in den Straßen Leipzigs der damalige Gewandhauskapellmeister und fünf weitere Persönlichkeiten kurz vor Konzertbeginn in einem über den Leipziger Stadtfunk ausgestrahlten Aufruf alle Seiten zur Besonnenheit mahnten und versprachen, sich für einen Dialog einzusetzen.

Das befürchtete Einschreiten von Polizei und Militär blieb aus. Das Gewandhaus zu Leipzig öffnete sich in der Folgezeit für zahlreiche Diskussionen und Foren. Vier Wochen später, am 9. November 1989, fielen die ersten Meter der Mauer, die die DDR und die BRD getrennt hatte.

Gastspiele des Gewandhaus-Bläserquintetts in den USA, 04. - 11. NOV

Im Rahmen des Deutschlandjahres in den USA, der langjährigen Städtepartnerschaft zwischen Leipzig und Houston und anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der »Friedlichen Revolution« gastiert das Gewandhaus-Bläserquintett im Anschluss an die »Leipzig Week« in Boston für vier Konzerte in den USA: 4. November in Houston, 6. November in Kansas, 8. November in St. Paul und 10. November in Washington DC. Auf dem Programm stehen u.a. Werke von Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Felix Mendelssohn Bartholdy und Antonín Dvoøák.

Führende Bläsersolisten des GHO um den Oboisten Alfred Gleißberg, maßgeblich von Gewandhauskapellmeister Arthur Nikisch gefördert, präsentierten sich erstmalig 1896 dem Publikum. Damit blickt das Gewandhaus-Bläserquintett zurück auf eine über 120-jährige Geschichte und kann mit Stolz behaupten, eine der ältesten noch bestehenden kammermusikalischen Vereinigungen dieser Art zu sein. Rezensenten heben die präzise Artikulation und die Virtuosität der fünf Musiker hervor, ihr musikalisches Feinempfinden, ihre Homogenität im Ensembleklang und ihre hochkultivierte Spielfreude. Die Konzerte des Gewandhaus-Bläserquintetts werden unterstützt durch die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Auswärtige Amt und die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in  Washington DC.

 

Quelle: Stadt Leipzig

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