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Leipzig - Berliner Landschaftsarchitekten gestalten Sellerhäuser Bogen zum grünen Aktivband

Der Sellerhäuser Bogen soll künftig Teil eines grünen Aktivbandes werden – mit einem von Landschaftsarchitekten gestalteten Geh- und Radweg auf der stillgelegten Bahnstrecke sowie dem Viadukt. Anwohnern, Besuchern und Touristen soll hier aktive und ruhige Erholung ermöglicht und durch eine stärkere Verknüpfung des Wegenetzes die Barrierewirkung der Bahntrasse überwunden werden. Im Bereich des imposanten Viadukts ist ein „Stadtbalkon“ mit Ausblick auf das Leipziger Stadtpanorama geplant. Mit Fördermitteln aus dem Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus hatte die Stadt einen entsprechenden Gestaltungswettbewerb ausgeschrieben – 20  Landschaftsarchitekten aus ganz Europa nahmen sich der Aufgabe an.

Das Wettbewerbsgebiet ist Teil des sogenannten Parkbogen Ost. Der Sellerhäuser Bogen umfasst dabei eine etwa 1,5 Kilometer lange und etwa 6,9 Hektar große ehemalige S-Bahn-Trasse zwischen Sellerhausen und Anger-Crottendorf. Sie führt über fünf Brücken, von denen vier unter Denkmalschutz stehen, die daher nicht zu stark verändert werden dürfen. Vorgabe war zudem, dass der Charakter der Bahntrasse auch in Zukunft sichtbar ist – etwa indem der vorhandene Gleisschotter genutzt wird. Eine
attraktive Begrünung, Orte für Begegnung und Aktivitäten sollten ebenso geschaffen werden wie Ruhebereiche. Auch sollten die Architekten Gestaltungsideen entwickeln, die auf andere Teilflächen des Parkbogens Ost übertragen werden können, so dass eine gestalterische Klammer gesetzt wird. Großer Wert wurde zudem darauf gelegt, dass der Sellerhäuser Bogen barrierefrei zugänglich ist.

Der mit 24.000 Euro dotierte Siegerentwurf stammt vom Berliner Büro Sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten. „Es ist etwas Besonderes, dass wir hier eine ehemalige Bahnfläche zu einem Park entwickeln können. Vor dem Hintergrund der wachsenden Stadt und knapper werdenden Freiflächen ist das auch in Leipzig keine Selbstverständlichkeit“, freut sich Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau. „Die Entwürfe und Ideen werden einen großen Beitrag dazu leisten, nicht nur die Nutzungsmöglichkeiten und
Qualitäten des Parkbogens Ost, sondern auch der angrenzenden Flächen aufzuwerten.“ In der Jurybegründung heißt es: „Der Entwurf beschreibt einen konsequent umgesetzten Höhenpark auf drei Ebenen, die er als Basisebene mitdem angrenzenden Stadtraum, als Höhenebene mit der Dammkrone und als Böschungszone mit Verbindungselementen durch Rampen und Treppen ausprägt. Dies gelingt der Entwerferin durchgängig und überzeugend […]. Besonders überzeugend ist die Gestaltung im südlichen Anschluss an die Anger-Crottendorfer-Bahnschneise.“

Das Berliner Büro soll nun mit der Realisierung der Ideen beauftragt werden. Dafür müssen die Pläne weiter ausgearbeitet werden, als Baubeginn wird das Jahr 2021 angestrebt. Die für den ersten Bauabschnitt geplanten Kosten betragen zwei Millionen Euro, die zu 80 Prozent von der europäischen Union gefördert werden. Über den Bau- und Finanzierungsbeschluss zur Sanierung des Viadukts muss noch der Stadtrat entscheiden. Ab dem 25. November sind die Entwürfe der vier Preisträger sowie weiterer Einreicher im Stadtbüro am Burgplatz 1 (Zugang über Markgrafenstraße 3) zu sehen. Im Vorfeld des Wettbewerbs hatten Ideen der Bevölkerung zum Parkbogen Ost bereits zu einem Masterplan für das Areal geführt, der 2017 verabschiedet wurde.

 

Quelle: Stadt Leipzig

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