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Leipzig - Jüdische Sportvereine in Leipzig - vierte Station der Leipziger Sportroute übergeben

Leipzig gedenkt seiner jüdischen Sporttraditionen. Im Vorfeld des Deutsch-Jüdischen Jahres „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ 2021 haben heute Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke, der Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums, Dr. Anselm Hartinger, der Vorsitzende der Israelitischen Religionsgemeinde Leipzig, Küf Kaufmann, und Landesrabbiner Zsólt Balla die vierte Station der Sportroute Leipzig der Öffentlichkeit übergeben. Sie befindet sich an der Delitzscher Straße in Höhe der Straßenbahnhaltestelle „Hornbach Baumarkt“, auf dem vorderen Teil des Parkplatzes.
Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke: „Mit der Einweihung der Station Bar Kochba der Sportroute wird eine neue Form des Erinnerns an das ehemalige jüdische Leben in Leipzig geschaffen. Neben den bereits vielfach in Leipzig verlegten Stolpersteinen, die an das unermessliche Leid auch der Leipziger Juden erinnern, wird mit dieser Station der Sportroute deutlich, dass die jüdische Bevölkerung Leipzigs in vielerlei Hinsicht ein völlig selbstverständlicher Teil des Alltagslebens war. Umso mehr freue ich mich, dass es seit 2005 mit dem Sportverein Makkabi Leipzig e. V. wieder einen jüdischen Sportverein in Leipzig gibt, der an diese Tradition anknüpft.“
In Leipzig gab es zwischen 1919 und 1939 mehrere Sportvereine, die den Bürgerinnen und Bürgern jüdischen Glaubens das Sporttreiben ermöglichten und damit das Leben in der Sportstadt Leipzig bereicherten.
Eine besondere Stellung nahm der Sportklub Bar Kochba ein, der im August 1920 gegründet wurde. 1921 erwarb er das heute dem Baumarkt stadteinwärts vorgelagerte Areal und eröffnete dort 1922 eine Platzanlage, die bis 1938 genutzt werden konnte. Damals trainierten die Sportler erfolgreich in den Sportarten Fußball, Handball, Leichtathletik, Schwimmen, Tennis und Boxen. Die Hauptaufgabe bestand darin, die jüdische Jugend im Sinne körperlicher und geistiger Harmonie zu erziehen. Im Zuge der Reichspogromnacht am 9. November 1938 wurde der Verein aufgelöst. Das darauffolgende Schicksal des Vereins und seiner Mitglieder steht exemplarisch für das der weiteren jüdischen Sportvereine dieser Zeit.
Die Sportroute - bestehend aus Stelen und Tafeln - wird in den kommenden Jahren auf 22 Stationen anwachsen. Auf den Informationselementen finden sich Daten, Fakten und Illustrationen zu Leipziger Sportstätten, Sportarten und Institutionen des Sports. Darüber hinaus wird mit ihnen die Erinnerung an besondere Leistungen von Persönlichkeiten aus mehr als 200 Jahren des organisierten Sports belebt.
Die Konzeption der Route wurde vom Sportmuseum Leipzig entwickelt. Ihre Umsetzung erfolgt auf der Grundlage des Siegerentwurfs eines Gestaltungswettbewerbs vom büro uebele (Stuttgart) durch das Kulturamt. Dabei ist die Gestaltung der Route nicht zufällig. Sie folgt einer klaren Ableitung aus der Bilderwelt des Sports: Farben, Geometrien, Streifen, Ziffern und Linien von Trikots, Spielfeldern und Laufbahnen, Vereinsemblemen oder Sportgeräten bilden die Grundlage für die gewählte grafische Abstraktion.

 

Quelle: Stadt Leipzig

 

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