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Mittwoch, 21 Juli 2021 14:27

Leipzig - Neuer Anlauf für Freiheits- und Einheitsdenkmal

Die Stadt Leipzig nimmt einen neuen Anlauf, ein Freiheits- und Einheitsdenkmal zur Erinnerung an die Friedliche Revolution im Herbst 1989 zu errichten. In Zusammenarbeit mit der Stiftung Friedliche Revolution soll noch in diesem Jahr ein breiter Beteiligungsprozess angeschoben werden, an dessen Ende die inhaltliche Ausgestaltung des Denkmals sowie dessen finaler Standort feststehen. Das geht aus der Dienstberatung des Oberbürgermeisters hervor.

Das daraus resultierende konkrete Konzept soll dem Stadtrat vorgelegt werden, um es anschließend dem Bundestag vorzustellen. Die Stadtverwaltung stellt für diesen Prozess insgesamt 300.000 Euro zur Verfügung. Für die Errichtung des Denkmals sollen Mittel von Bund und Freistaat Sachsen akquiriert werden.

„Je weiter wir zeitlich von 1989 wegrücken, desto klarer wird, welchen globalen Impuls die Leipzigerinnen und Leipziger damals gesetzt haben. Gleichzeitig schwindet in der jungen Generation das Verständnis, das sich aus dem Selbsterlebten speist. Ich bin fest überzeugt, dass wir mehr denn je ein nationales Denkmal brauchen, das den Freiheitsgedanken von 1989 über Leipzig hinaus sichtbar und erlebbar macht“, betont Oberbürgermeister Burkhard Jung. In einem Telefonat mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters im Januar dieses Jahres hatte sie ihm volle politische Unterstützung für das Vorhaben zugesichert und zugleich Finanzierungshilfe zugesagt.  

Der Beteiligungsprozess ab November dieses Jahres ist auf diesem Weg der erste Schritt. Damit sollen die inhaltliche Ausrichtung sowie Themen und Standort des Freiheits- und Einheitsdenkmals durch die Leipziger Bürgerschaft sowie Interessierte und Partner festgelegt werden. Durch die Stiftung Friedliche Revolution soll eine geeignete Agentur engagiert werden, um den Prozess professionell zu begleiten. Dessen Ergebnisse sollen bis Sommer 2022 vorliegen.

Die Stiftung Friedliche Revolution wird zugleich von der Stadt beauftragt, weitere Mittel bei Land und Bund einzuwerben sowie kommunikativ mit bundesweiter, gezielter Öffentlichkeitsarbeit zum Erfolg des Vorhabens beizutragen. Sie soll zudem die Partner des Denkmalprozesses vernetzen, einen Förderkreis aufbauen sowie einen Fachbeirat zusammenstellen. Die bereits erarbeitete Webseite wird weiterentwickelt und an den aktuellen Stand angepasst. Die Stiftung Friedliche Revolution hatte in den vergangenen Monaten durch verschiedenste Gespräche mit Bund und Land dafür Sorge getragen, dass das Thema „Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal“ wieder sehr positiv im politischen Raum diskutiert wird.

Zu Meilensteinen der Arbeit der Stiftung Friedliche Revolution werden der Vorschlag eines Leipziger Bürgerrates an den Stadtrat für einen Standort des Denkmals sowie eine mit dem Prozess wachsende Ausstellung in einer temporär am zukünftigen Standort geschaffenen „Informationsbox“ sein. Dies verbunden mit kommunikativen Veranstaltungen, Dialog und Performance im öffentlichen Raum wird die Errichtung des Freiheits- und Einheitsdenkmals in Leipzig zu einem lebendigen Prozess gedeihen lassen.

Hintergrund

2014 beendete der Stadtrat per Beschluss das Vergabeverfahren zur Realisierung eines Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmals nach einem im Jahr 2011 ausgelobten, internationalen Kunstwettbewerb ohne Ergebnis. 2017 folgte der Beschluss, dass ein breit angelegter Beteiligungsprozess zu erarbeiten sei, um das Denkmal künftig doch noch errichten zu können. Mit dieser Aufgabe wurde die Stiftung Friedliche Revolution betraut. Im März 2020 legte die Stiftung der Stadtverwaltung die Dokumentation ihrer bisherigen konzeptionellen Arbeit vor, die in der Geschäftsstelle Matthäikirchhof öffentlich einsehbar ist.

Dazu gehört u.a. eine bundesweite repräsentative Umfrage aus dem Jahr 2018, die ergab, dass Leipzigs Bedeutung für die Friedliche Revolution allgemein anerkannt und die Stadt als idealer Standort für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal angesehen wird. Dass Denkmalspläne existieren, ist laut der Umfrage allerdings nur einer Minderheit bekannt. Das soll sich nun ändern.