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Zwickau - Lesung mit Musik in der Ratsschulbibliothek Zwickau

Zwickau - Lesung mit Musik in der Ratsschulbibliothek Zwickau

„Münchhausen 300+2 Baron Hieronymus von Münchhausen“

 Am 11. Mai 2020 jährte sich zum 300. Mal der Geburtstag des in Bodenwerder geborenen und gestorbenen „Lügen“-Barons Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen (1720-1797). Dies nimmt die Ratsschulbibliothek Zwickau zum Anlass und lädt am Mittwoch, dem 18. Mai, um 18.30 Uhr, zu einer Lesung mit Musik unter dem Titel „Münchhausen 300+2 Baron Hieronymus von Münchhausen – Soldat, Geschichtenerzähler und Europäer“ in den Lesesaal der Ratsschulbibliothek, Lessingstraße 1, ein.

Dr. Lutz Mahnke liest aus den Geschichten Münchhausens. Musikalisch umrahmt wird die Lesung durch zeittypische Musik: Dr. Heike Angermann (Flöte) und Karsten Wolf (Cembalo) spielen die Flötensonate a-Moll von Carl Phillip Emanuel Bach (1714-1788). Der Eintritt ist frei, um Voranmeldung unter Telefon 0375 834222 wird gebeten.

Durch die Pandemie mehrfach verschoben und zwei Jahre verspätet nun die Würdigung dieses überaus interessanten und vielschichtigen Mannes, der weitaus mehr war als nur ein Erzähler phantastischer Geschichten.

Als eines von acht Kindern wurde Hieronymus im sogenannten Schloss Münchhausen in Bodenwerder als Sohn des Oberstleutnants der Kavallerie Georg Otto von Münchhausen geboren. Adliger Sitte folgend verlässt der Junge mit 13 Jahren Bodenwerder, dient zunächst als Page auf Schloss Bevern und später am Braunschweiger Hof in Wolfenbüttel. Im Dezember 1737 folgt Hieronymus seinem Dienstherrn, dem Prinzen Anton Ulrich, nach St. Petersburg. Der Prinz, der 1739 die russische Thronerbin Anna Leopoldowna heiratete, diente bereits seit 1733 in Russland und übernahm in Riga das bereits 1732 nach ihm benannte Regiment der „Braunschweigisch-Kürassiere“. Noch im Dezember 1737 reiste Münchhausen nach St. Petersburg und kam dort im Februar 1738 an. Er diente im Militär und nahm an diversen Kriegszügen teil – so am Russisch-Österreichischen Türkenkrieg (1736-1739) und am Russisch-Schwedischen Krieg (1741-1743). Trotz des Putsches und Umsturzes 1741, nach dem Anton Ulrich alle Ämter verlor und verbannt wurde, blieb Münchhausen in militärischen Diensten und hielt sich hauptsächlich in Riga auf. In der Stadt knüpfte er Kontakte zu deutsch-baltischen adligen Freundeskreisen und nahm an deren ausgiebigen und phantasievollen Erzählabenden teil. Von einem der Teilnehmer, Baron Georg Gustav von Dunten, wurde er mehrfach auf sein Landgut, dem jetzt lettischen Ort Ruthern, zur Entenjagd eingeladen. In einer Schenke der Stadt soll sich Münchhausen erstmals als „Geschichten“-Erzähler einem Publikum einen Namen gemacht haben. 1744 heiratete er in Pernigel nahe Ruthern (heute Liepupe) die Tochter des Barons, Jacobine von Dunten, lebte mit ihr sechs Jahre auf dem Gut seines Schwiegervaters und kehrte 1750 mit Jacobine nach Bodenwerder in sein Geburtshaus zurück. Dort lebten beide 40 Jahre bis zum Tod seiner Ehefrau im Jahre 1790, kinderlos. Münchhausen wirkte als Landedelmann, bestellte sein Gut, pflegte geselligen Verkehr mit seinen Gutsnachbarn und ging seiner Lieblingsbeschäftigung nach – der Jagd. Er war schon zu Lebzeiten als grandioser Erzähler bekannt und berühmt und wurde deshalb oft von Gästen besucht. 1797 starb Hieronymus von Münchhausen mit 76 Jahren in seinem Geburtshaus in Bodenwerder.