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Freitag, 04 März 2022 06:34

Zoo Leipzig - Vom Aussterben bedroht Schimpansen-Taufe zum Welt-Artenschutz-Tag

Zoo Leipzig - Vom Aussterben bedroht Schimpansen-Taufe zum Welt-Artenschutz-Tag

Am 3. März wird der Welt-Artenschutz-Tag gefeiert, der vor allem für Zoos und somit auch für uns immer mehr an Bedeutung gewinnt. Während wir als Zoo das Thema Artenschutz an 365 Tagen im Jahr intensiv begleiten und über 25 Projekte und Organisationen weltweit unterstützen, ist es in den Köpfen der Menschen nicht immer ganz präsent. Mit der Taufe unseres Schimpansenjungen, der am 22. Dezember 2021 geboren wurde, möchten wir das Thema Artenschutz heute in den Fokus rücken und fest verankern. Denn die westafrikanischen Schimpansen sind auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion als „vom Aussterben bedroht“ gelistet. In Westafrika gibt es nach aktuellem Kenntnisstand nur noch ca. 35.000 Individuen.
Badu, wie der kleine Schimpanse nun getauft wurde, steht exemplarisch für seine Artgenossen, die vor allem aufgrund von Lebensraumzerstörung durch Entwicklung von Wohngebieten,
Straßensystemen oder Bergbau und aufgrund von Wilderei vom Aussterben bedroht sind. „Um diesen Gefahren zu entgegnen, unterstützen wir seit über 20 Jahren die Wild Chimpanzee
Foundation aktuell mit einer jährlichen Spende von 40.000€. Diese Spende nutzt die Stiftung vor allem, um die Bevölkerung vor Ort im Umgang mit Schimpansen zu schulen. Was Wenige wissen:
Artenschutz bezieht sich hierbei nicht nur auf die Erhaltungszucht einer Art, sondern bedeutet zudem Umweltbildung und Forschung“ erklärt unser Artenschutzbeauftragter Michael Meyerhoff
das Engagement des Zoos für den westafrikanischen Schimpansen. Und so leistet auch unser Partner von Pongoland, das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie – einen großen
Beitrag, denn das Haus dient als einmaliges Forschungszentrum für Wissenschaftler aus der ganzen Welt.

Badu und seine Crew
Badu, der sich aktuell prächtig entwickelt, weiter wächst und immer aufmerksamer wird, bedeutet übrigens „das zehnte Kind“, auch wenn es das Sechste von Mutter Corry (45) ist. Die Tierpfleger
von Pongoland und die Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts hatten über zwei Wochen Zeit, ihre Stimme für den Favoriten abzugeben. Die Tatsache, dass der Kleine erst drei Monate nach seiner
Geburt einen Namen erhält, hat einen Grund: Mutter Corry trägt das Jungtier immer eng an sich und wollte nicht so recht zeigen, ob es sich um ein Weibchen oder ein Männchen handelt.
Nachdem Mitte Februar feststand, dass es ein Junge ist, wurden Namensvorschläge gesammelt, die zur Abstimmung freigegeben wurden. Badu hat am Ende das Rennen gemacht und wurde
aus fünf Vorschlägen ausgewählt. Somit hat nun auch das 20. Crewmitglied der großen Schimpansengruppe einen Namen.
Prof. Dr. Jörg Junhold
Zoodirektor