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Dienstag, 06 November 2018 07:20

Dresden - Gehölz-Biotope bringen Artenvielfalt in monotone Agrarlandschaften

Mit der Pflanzung von Gehölzen und Obstbäumen steuert das Umweltamt gegen eintönige Agrarlandschaften, die aus der Großfelderbewirtschaftung am Dresdner Stadtrand hervorgegangen sind. „Der Zustand von Natur und Landschaft soll sich langfristig verbessern und die Bestände sich erholen können“, erklärt Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen. „Bei den Pflanzungen handelt es sich größtenteils um Ausgleichsmaßnahmen der Landeshauptstadt Dresden, zu der das Naturschutzrecht alle Bauherren verpflichtet, die mit ihren Vorhaben den Naturhaushalt und das Landschaftsbild beeinträchtigen. Insbesondere durch Straßenbauvorhaben und Bauleitplanung werden Ausgleichsmaßnahmen erforderlich“, ergänzt Eva Jähnigen. 

„Indem wir Hecken und Baumreihen pflanzen, schaffen wir nicht nur Lebensraum für Tiere und Pflanzen, sondern erhöhen gleichzeitig den Erlebniswert der Landschaft für die heimische Bevölkerung. Zum Beispiel laden Wildbeeren wie Holunder oder Brombeere auch dazu ein, für den Eigenbedarf zu sammeln“, erläutert die Umweltbürgermeisterin. „Wir greifen für die Pflanzungen auf heimische Gehölze wie Hasel, Eberesche oder Schwarzer Holunder zurück“, so Jähnigen weiter. „Beispielsweise in den Ortsteilen Schönborn und Langebrück ist es uns schon gelungen, durch Heckenpflanzungen alten Landschaftsstrukturen nachzuspüren. Nun können wir darauf hoffen, dass sich der bedrohte Neuntöter verstärkt ansiedelt und Mäusebussard, Feldhase und Spitzmaus sich wieder heimisch fühlen“, ergänzt sie. Bis zum fünften Jahr nach der Pflanzung werden Sträucher und Hecken durch Nachschnitt und Wässern umsorgt. Meist wird die Pflanzung auch mit einem Wildschutzzaun gegen Verbiss gesichert. Der Schutzzaun wird zurückgebaut, sobald die Sträucher stark genug gewachsen sind und Verbissschäden abhalten können. 

Hecken und Gehölze haben in der Agrarlandschaft eine herausragende Bedeutung. Sie bieten Kleinsäugern wie Feldhase, Hermelin und Spitzmaus Deckung vor Feinden und Rückzugsmöglichkeiten in der Erntephase, aber auch bei extremer Witterung. Greifvögel wie Turmfalke und Mäusebussard nutzen höhere Sträucher um sich einen Überblick über ihr Revier zu verschaffen und Beutetiere zu erspähen. Singvögel wie der geschützte Neuntöter, Feldsperling oder die bedrohte Dorngrasmücke nisten dort. Im Herbst dienen die Gehölze als Winterquartier für Igel, Feldkäfer oder Spitzmaus. Nützliche Insekten wie Flurfliegen, Wildbienen oder Marienkäfer profitieren ebenfalls von Hecken- und Baumreihen in der sonst monotonen Agrarlandschaft. Die Hecken bilden ein wichtiges Glied im Biotopverbund in der Agrarlandschaft. So können Tiere ohne Unterbrechung zwischen verschiedenen Lebensräumen wandern. Aber auch als sogenanntes Trittsteinbiotop können sie von außerordentlicher Bedeutung sein. In diesem Fall ist es möglich, dass diese inselartigen Naturräume durch heimische Tier- und Pflanzenarten neu besiedelt werden.  

Hintergrund 

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich das Gesicht unserer Agrarlandschaft gravierend verändert. Für die intensive Landwirtschaft wurden großflächig Felder und Wiesen zusammengelegt und Gewässer in Rohre verbannt. Auf den Dörfern gibt es kaum noch Streuobstwiesen. Mit der Großfelderbewirtschaftung wurden Hecken, Baumreihen, Feldraine und anderen Landschaftselemente beseitigt. Eintönige, ausgeräumte Agrarlandschaften sind die Folge mit einem hohen Verlust von Artenvielfalt. Wind und Regen können ungehindert den Boden abtragen, insbesondere bei geringem Fruchtfolgewechsel. Lange wurden die Böden ausgelaugt und stabilisierende Strukturen fehlen. 

Fragen zum Thema beantwortet das Umweltamt, Sachgebiet Eingriffsausgleich und Schutzgebiete per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

 

Quelle:Stadt Dresden

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