Leipzig hisst am 8. April die Roma-Flagge
Leipzig hisst am 8. April die Roma-Flagge
Um auf die fortbestehende Diskriminierung von Roma und Sinti aufmerksam zu machen und ein Zeichen für Zusammenhalt zu setzen, wird am Mittwoch, 8. April, vor dem Neuen Rathaus die Roma-Flagge gehisst. Mit der Beflaggung am Internationalen Tag der Roma bezieht die Stadt Leipzig klar Position gegen Antiromaismus. Zugleich wird an die historische Verfolgung von Sinti und Roma, insbesondere während der Zeit des Nationalsozialismus, erinnert.
Zur Zeremonie um 15 Uhr halten Dr. Martina Münch, Bürgermeisterin für Soziales, Gesundheit und Vielfalt, sowie Gjulner Sejdi, Vorsitzender des Vereins Romano Sumnal e. V., jeweils ein Grußwort. Dr. Martina Münch sagt: „Mit diesem symbolischen Akt setzen wir ein für alle sichtbares Zeichen für Respekt, Gleichberechtigung und das Miteinander aller Menschen in unserer Stadt. Diese Flagge soll kein Schlusspunkt sein – sie soll ein Ausgangspunkt sein.“
Zur musikalischen Untermalung der Zeremonie spielen Alma Gröning (Violine) und Rodrigo Ruiz (Gitarre). Im Anschluss an die Flaggenhissung wird ein geführter Rundgang zu Orten des Erinnerns in der Innenstadt angeboten. Alle Leipzigerinnen und Leipziger sind eingeladen teilzunehmen und gemeinsam ein Zeichen der Solidarität zu setzen.
Der Internationale Tag der Roma geht auf den ersten Welt-Roma-Kongress in Orpington bei London am 8. April 1971 zurück. Damals kamen 23 Vertreterinnen und Vertreter der Minderheit aus 14 europäischen Ländern zusammen, um für soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung zu kämpfen. Das Treffen markierte den Beginn einer neuen, selbstbewussten Roma-Bewegung, die sich durch die Einführung einer eigenen Hymne („Gelem, Gelem“), einer eigenen Flagge und der Selbstbezeichnung „Roma“ ausdrückte. +++





