Stadt kartiert und sucht potenzielle Ausgleichsflächen für Bauvorhaben

Stadt kartiert und sucht potenzielle Ausgleichsflächen für Bauvorhaben

Betonierte Flächen entsiegeln, eine Streuobstwiese anlegen oder Stauden und Sträucher pflanzen: Wenn bei kommunalen Bauvorhaben Bäume gefällt werden oder andere Eingriffe in die Natur nötig sind, müssen diese kompensiert werden. Weil es zunehmend schwer ist, hierfür geeignete Flächen zu finden, erstellt die Stadtverwaltung jetzt ein Kompensationskonzept.

Dafür werden ab Montag, 31. August, bis voraussichtlich zum 23. Oktober, zunächst ausgewählte Flächen im Stadtgebiet kartiert. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Büros „Institut für Vegetationskunde und Landschaftsökologie“ sind deshalb im Auftrag des Stadtplanungsamtes auf Brachflächen und Baulücken im Einsatz. Sie erfassen dort die ökologische Situation und identifizieren Aufwertungspotenziale.

Um sich auszuweisen, tragen die Kartiererinnen und Kartierer ein Begleitschreiben der Stadt Leipzig mit sich. Da es sich nicht ausschließlich um städtische Flächen handelt, werden Eigentümerinnen und Eigentümer gebeten, den Mitarbeitern Zutritt zu den Flächen zu gewähren. Damit unterstützen sie die Bemühungen der Stadt, Bauvorhaben zu ermöglichen und zugleich Lebensräume von Tier- und Pflanzenarten in der Stadt zu erhalten.

Bislang konnte für Ausgleichsmaßnahmen ein städtischer Flächenpool genutzt werden, dieser ist erschöpft. Leipzig wächst stark und innerhalb der Stadt nimmt die Flächenkonkurrenz zu, das erschwert die Suche. Ziel ist es jedoch, die Kompensationen innerhalb des Stadtgebiets zu decken, weshalb nicht nur stadteigene Flächen untersucht werden.

Um potenzielle Flächen zu bewerten, wird unter anderem auf das städtische Biotopverbundkonzept zurückgegriffen: Der Biotopverbund ist ein Netz aus Lebensräumen für Tiere und Pflanzen. Nur wenn diese dauerhaft miteinander verbunden sind, können Arten ungehindert zwischen den Flächen wandern oder sich ausbreiten. Nur so wird dem Artensterben entgegengewirkt und kann biologische Vielfalt erhalten bleiben. Über das Konzept entscheidet der Stadtrat abschließend.

Private Eigentümer können sich unterdessen auch bei der Stadt melden, wenn sie ihre Grundstücke als Kompensationsflächen zur Verfügung stellen möchten. Dies ist per E-Mail möglich unter kompensation@leipzig.de. Die Flächen sollten hierfür mindestens 100 Quadratmeter groß sein.

Eigentümer, die private Flächen entsiegeln und begrünen möchten, können hierfür zudem Förderung beantragen. Die Details zum Programm gibt es online unter www.leipzig.de/gruendachfoerderung.

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