Ab Schuljahr 2026/27: Fünf Leipziger Schulen sollen neue Namen erhalten

Ab Schuljahr 2026/27: Fünf Leipziger Schulen sollen neue Namen erhalten

Drei engagierte Leipzigerinnen, ein Musikpädagoge und der Agra-Park sollen Namenspaten für fünf Leipziger Schulen werden: Zum kommenden Schuljahr streben die Standorte jeweils eine Umbenennung an, Schülerinnen und Schüler, Eltern und Schulträger haben sich in den vergangenen Monaten umfassend in die Namensfindung eingebracht. Der Stadtrat entscheidet abschließend darüber.

Die 8. Schule im Stadtteil Dölitz-Dösen, will künftig den Namen „Schule am Agra-Park – Grundschule der Stadt Leipzig“ tragen. Mit dieser Namenswahl soll die Verwurzelung im Stadtteil und die Bindung an diesen Erholungsort sichtbar werden. Der Park ist schon jetzt ein fester Bestandteil der Lebenswelt der Kinder – ob auf dem Schulweg, bei Ausflügen oder als außerschulischer Lernort. Der Name steht für die pädagogische Version, nachhaltiges, naturverbundenes und lokal orientiertes Lernen zu fokussieren.

Die 46. Schule in Neulindenau ist eine große Grundschule mit über 400 Schülerinnen und Schülern, darunter knapp die Hälfte mit Migrationshintergrund. Sie soll ab dem neuen Schuljahr den Namen „Käte-Duncker-Schule – Grundschule der Stadt Leipzig“ tragen. Damit wird an die Reformpädagogin und engagierte Kämpferin für Bildungsgerechtigkeit Käte (Paula Kathinka) Duncker (1871 – 1953) erinnert, die auch als Lehrerin in Leipzig wirkte. Aus ihrer Sicht sollte jedes Kind die gleichen Chancen bekommen, unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder sozialem Status. Eine Idee, die die Schulgemeinschaft der 46. Schule teilt.

Die Schule am Barnet-Licht-Platz in Reudnitz-Thonberg ging erst im Schuljahr 2020/21 in Betrieb. Der Schulname soll nun in „Barnet-Licht-Schule – Oberschule der Stadt Leipzig“ geändert werden. Der Dirigent und Musikpädagoge Barnet Licht (1874 – 1951) wohnte nur wenige Meter vom heutigen Schulstandort entfernt. Er setzte sich dafür ein, dass Musik und Bildung für alle Menschen zugänglich sind, nicht nur für eine kleine Elite. Sein Wirken prägt schon jetzt den Schulalltag – etwa in der Kooperation mit der Musikschule oder der jüdischen Gemeinde anhand der „Notenspur“. Die Schülerinnen und Schüler tragen die Idee weiter, dass Musik einen Beitrag leisten kann zu Toleranz und gegenseitigem Verständnis.

An der Schule Hainbuchenstraße in Paunsdorf lernen seit dem Schuljahr 20224/25 rund 211 Kinder und Jugendliche. Mit der Wahl des neuen Namens „Alwine-Winter-Schule – Oberschule der Stadt Leipzig“ soll die Leistung von Frauen in Geschichte und Bildung gewürdigt werden. Alwine Winter (1835 – 1892) war eine engagierte Bildungs- und Frauenrechtlerin. Sie gehörte zu den Gründerinnen des Leipziger Frauenbildungsvereins sowie des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins. Die Paunsdorfer Oberschule setzt unter anderem auf ein integratives und individuelles Lernkonzept, das die Schülerinnen darin fördert, soziale Verantwortung zu übernehmen.

Das Gymnasium am Campus der Quartiersschule Ihmelsstraße möchte künftig den Namen „Hope-Adams-Schule – Gymnasium der Quartiersschulen der Stadt Leipzig“ tragen. Hope Bridges Adams Lehmann (1855 – 1916) war eine der ersten approbierten Ärztinnen Deutschlands und lebte in Leipzig. Auch sie machte sich für Bildung, Gleichberechtigung und Teilhabe stark und steht so exemplarisch für zentrale Werte, die jetzt das Selbstverständnis des Gymnasiums prägen. Durch den regionalen Bezug macht sie lokale Geschichte sichtbar.

Leipziger Schulen sind mit Beschluss des Stadtrates beauftragt, sofern nicht vorhanden, einen Namen zu finden, der sich in der pädagogischen Arbeit der Schule wiederfindet und identitätsstiftend ist. Die aktuelle Verwaltungsvorlage mit den fünf Namensänderungen hat jetzt die Dienstberatung des Oberbürgermeisters passiert und wird voraussichtlich in der Ratsversammlung im Mai behandelt

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