Nach Sanierung und Erweiterung: Die Scheune ist wieder da!

Kulturzentrum in der Dresdner Neustadt feiert vom 18. bis 20. September seine Wiedereröffnung

Nach vier Jahren Umbau öffnet die Scheune in der Dresdner Neustadt wieder. Vom 18. bis 20. September 2026 feiern die Landeshauptstadt Dresden als Eigentümerin und der scheune e. V. die Wiederinbetriebnahme des Kulturzentrums. Das Eröffnungswochenende bietet Konzerte, eine Kinderdisko, Begegnungsformate und erste Einblicke in das künftige Programm.

Das Eröffnungswochenende unter dem Motto „SCHEUNE IS BACK“ beginnt am Freitag, 18. September 2026, um 19 Uhr mit einem Sammelsurium auf dem Vorplatz. Nach dem Eröffnungsakt mit Baubürgermeister Stephan Kühn und Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch folgen mehrere Konzerte im kleinen Saal. Höhepunkt ist der Auftritt von ÄTNA, Kunst-Förderpreisträger Dresden 2026, im großen Saal.

Am Sonnabend, 19. September, öffnet die Scheune ab 15 Uhr ihre Türen. Besucherinnen und Besucher können das Haus kennenlernen und verschiedene künftige Formate sowie Beiträge aus Nachbarschaft und Freundeskreis erleben. Der Eintritt ist frei.

Am Sonntag, 20. September, endet das Eröffnungswochenende mit weiteren Konzerten, der Glitzerkids-Kinderdisko und einem kulinarischen Begegnungsformat.

„Die Scheune ist zurück – und das ist eine gute Nachricht für die Dresdner Kulturlandschaft. Nach vier Jahren Sanierung steht hier nicht einfach wieder das alte Haus. Die neuen Räume eröffnen dem scheune e. V. ganz neue Möglichkeiten für Konzerte, Tanz, Begegnung und eigene Projekte. Genau solche Orte braucht eine lebendige Kulturstadt: Orte, an denen Neues entstehen darf und Menschen zusammenkommen. Ich freue mich deshalb sehr, dass die Scheune jetzt wieder ihre Türen öffnet – und bin gespannt, was hier in den nächsten Jahren alles entstehen wird.“
Oberbürgermeister Dirk Hilbert

Sanierung war mehr als eine optische Auffrischung

Die Scheune wurde in der Nachkriegszeit auf den Grundmauern der zerstörten Turnhalle des Turnvereins Neu- und Antonstadt errichtet, 1951 als sogenanntes Jugendheim „Martin-Andersen-Nexö“ der ehemaligen FDJ (Freien Deutschen Jugend) eröffnet und in den 90er Jahren teilsaniert. Am 1. Januar 2007 hat der scheune e. V. das Veranstaltungshaus übernommen. Im Laufe der Jahre entwickelten sich verschiedene bautechnische Mängel und die gesetzlichen Anforderungen an Brandschutz und Gebäudesicherheit haben sich verändert. Um die Scheune weiter öffentlich nutzen können, wurde eine umfassende Sanierung mit Umbau nötig. Die Bauarbeiten begannen im Oktober 2022.

„Mit der Wiedereröffnung der Scheune beginnt ein neues Kapitel für einen wichtigen Kulturort Dresdens. Man muss wissen: Die Scheune war dringend sanierungsbedürftig – die Anforderungen an Brandschutz, Barrierefreiheit und Gebäudesicherheit machten ein grundlegendes Handeln notwendig. Wir haben diese Gelegenheit genutzt und gesagt: Wenn wir das Gebäude so umfassend sanieren müssen, dann schauen wir gleich, was die Kulturschaffenden hier noch brauchen. Entstanden ist deshalb kein klassischer Sanierungsbau, sondern ein Neubau, der prägende Elemente des bisherigen Hauses bewahrt und die Geschichte des Ortes sichtbar weiterträgt. Mit den neuen Räumen und ihrer modernen Ausstattung eröffnen sich vielfältige Möglichkeiten für Konzerte, Veranstaltungen, Begegnung und kulturelle Experimente. Die Scheune kann damit weiter das sein, was sie immer war: ein wichtiger Kulturort der Dresdner Neustadt – und ist zugleich bestens für die Zukunft aufgestellt.“
Baubürgermeister Stephan Kühn

Von außen wirkt das Gebäude heute eher wie ein Neubau. Die charakteristische geschwungene Innentreppe und die Küche des Restaurants blieben erhalten. Eine Holzfassade, Fassadenbegrünung und eine Photovoltaikanlage prägen das Haus. Der Entwurf stammt vom Dresdner Büro Miller Architektur.

Im Inneren gibt es neben dem großen Saal einen neu geschaffenen kleinen Saal. Er bietet insbesondere für die Nachwuchsförderung neue Möglichkeiten. Der große Saal bietet neben mehr Platz nun auch den räumlichen Zuschnitt, der zeitgemäßen Bühnenproduktionen gerecht wird, wie beispielsweise einen separat zugänglichen Backstage-Bereich. Im Dachgeschoss entstand ein Multifunktionsraum für Seminare, Weiterbildungen sowie kleinere Diskurs- und Literaturformate. Auch die Barrierefreiheit wurde deutlich verbessert. Dazu gehören rollstuhlgerechte Zuwegungen, ein Aufzug, barrierefreie WCs und Hörschleifen in den Veranstaltungsräumen.

Für die Baumaßnahmen wurden bislang rund 9,13 Millionen Euro ausgegeben. Hinzu kommen rund eine Million Euro für die Freianlagen. Davon werden rund 390.000 Euro durch die Sächsische Aufbaubank gefördert. Entstehen sollen unter anderem eine neue Vorfläche, ein bespielbarer grüner Innenhof und eine Außenfläche für das integrierte Restaurant.

Die Scheune kommt nicht einfach zurück – sie entwickelt sich weiter Mit dem neuen Haus erweitert der scheune e. V. auch sein Programm.

„Die Rückkehr der sanierten der Scheune als Livespielstätte und Veranstaltungsort in den Kulturkalender Dresdens ist ein Meilenstein für die Clubkultur, die Freie Szene und Förderung des Bühnen- und Bandnachwuchses. Mit der kommunalen Kulturförderung des Kulturamtes unterstützen wir das vielfältige Programm der Scheune, in der einst viele heute überregional bekannte Künstler und Bands gestartet sind. Ich danke dem Stadtrat für das Vertrauen in das Projekt der Sanierung.“
Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch

Ein Schwerpunkt liegt auf der Nachwuchsförderung. Die Konzertreihe „Unlocked“ richtet sich an junge Künstlerinnen und Künstler, die erstmals auf einer professionellen Bühne auftreten möchten. Diese können sich ganz simpel über ein Online-Formular bewerben. Der scheune e. V. bringt jeweils zwei passende Acts für einen Abend zusammen und begleitet sie bei der Konzertproduktion. So sammeln die Beteiligten praktische Erfahrungen, die sie für ihren weiteren musikalischen Weg nutzen können. Bei „Regiotales“ stehen Newcomer aus dem Hip-Hop-Bereich im Mittelpunkt.

Die Scheune ist aber nicht nur eine Anlaufstelle für Newcomer-Bands. Sie ist auch der dienstälteste Veranstalter von Poetry Slams in Dresden. Dieser moderne Dichterwettstreit erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit und steht allen Poeten offen. Wer einen Text geschrieben hat und diesen gern im Wettstreit auf der Bühne vor Publikum vortragen möchte, kann sich einfach via E-Mail beim scheune e. V. bewerben.
Die neuen Räume eröffnen neue Formate

Egal ob Record-Release-Konzerte von neuen Bands wie DOSENSTOLZ, Bühnenjubiläen wie z.B. 25 Jahre Banda Comunale oder 15 Jahre Kneipenchor – die Scheune bietet den Raum mit den technischen Möglichkeiten und Platzverhältnissen, um würdige Heimspiele zu ermöglichen. Außerdem bietet das Haus auch den Raum für Diskurs- und Weiterbildungsformate. Das alljährliche Music Match Festival mit begleitender Konferenz zum Thema „Music for a new Society“ richtet sich an lokale, regionale, nationale und auch europäische Partner und Initiativen. Seit 2025 richtet der scheune e. V. das Dresdner Podcast-Festival „Podcat+Poodle“ aus, das auch in diesem Jahr Anfang November wieder stattfindet.

Neu in der Scheune ist ein monatliches Communal Dining Event namens „Food & Folks“, frei nach dem Fællesspisning-Konzept (wörtlich: Gemeinsames Essen) aus Dänemark, bei dem Menschen in einer Nachbarschaft oder in Kulturzentren zusammenkommen, um gemeinsam zu essen. Es ist ein zentraler Bestandteil der Hygge-Kultur und soll soziale Kontakte stärken sowie Einsamkeit bekämpfen.

Ebenfalls neu im Programm ist die „Einfach Else Late Night“ Show – ein unterhaltsames Revue-Format, das in Chemnitz und Leipzig bereits für Furore sorgte und interessante Persönlichkeiten aus der lokalen Kunst- und Kulturlandschaft zusammenbringt. Das neue Format „Local.Exe“ gibt insbesondere nicht männlich gelesenen Künstlern mit audiovisuellem Ansatz einen Raum der Darstellung. „Glitzerkids“ bietet Kindern eine Bühne zum Tanzen und bei „Chess Fanatics“ haben Hobby-Schachspieler die Gelegenheit, zusammenzuspielen.

„Wir als scheune e. V. freuen uns sehr, dass die Stadt Dresden mit der Wiedereröffnung der sanierten Scheune um eine moderne Spielstätte reicher geworden ist. Damit ist es gelungen, die Produktionsbedingungen für unsere Veranstaltungen und soziokulturellen Tätigkeiten deutlich zu verbessern und auf der Höhe der Zeit agieren zu können. Wir freuen uns darauf, diesen zukunftssicheren Kulturort gemeinsam mit den Anwohnern und Kulturpartnern der Stadt mit Leben zu füllen.“
Frank Schöne, Programmkoordinator des scheune e. V.

 

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