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Leopold Fischers Siedlungen in Anhalt
Donnerstag, 16. Mai 2019, 18:00

Der unbekannte Architekt und die andere Moderne:
Leopold Fischers Siedlungen in Anhalt
Der Eintritt beträgt 2,- Euro pro Person.
Ausgehend von Leopold Fischers Tätigkeit in Dessau stellt die Referentin in ihrem Vortrag seine Konzeption einer „anderen Moderne“ im Sinne des Wiener Architekten Adolf Loos vor.
Gleichzeitig mit der Gropius-Siedlung in Dessau-Törten wurde die Siedlung am Knarrberg in Dessau-Ziebigk errichtet, die so genannte „Fischer-Siedlung“. In ihr entwickelten derGartenarchitekt Leberecht Migge und der junge Loos-Schüler Leopold Fischer neuartige Lösungen für Ressourcen schonendes Bauen und Wirtschaften. Die architektonisch und konzeptionell überzeugende Gesamtanlage mit einer engen Verbindung von Haus und Garten machen aus dieser Siedlung eine Pionierleistung ökologischen und nachhaltigen Wohnungsbaus. In der zeitgenössischen Architekturkritik wurde die Siedlung am Knarrberg als positives Beispiel der umstrittenen Siedlung Törten gegenübergestellt - eine bedrohliche Konkurrenz für Walter Gropius und sein Baubüro.
Der Anhaltische Siedlerverband als Bauträger plante mit seinem Chefarchitekten Leopold Fischer daraufhin weitere Siedlungen in Anhalt, darunter das Großprojekt „Auf der  Friedrichshöhe“ (Anton-Saefkow-Siedlung oder „Zickzackhausen“) mit 3000 Wohneinheiten in Bernburg, von denen aufgrund der Weltwirtschaftskrise und des Konkurses des Siedlerverbands nur 90 Häuser gebaut werden konnten.
Klimawandel, Artensterben und fehlender Wohnraum in den Großstädten machen auch heute neue Impulse für nachhaltiges Wohnen und Haushalten zur Überlebensfrage. Die Referentin thematisiert abschließend die Frage, ob wir dabei an die Vorschläge zum nachhaltigen Wohnen und Haushalten von Fischer und Migge in den 1920er Jahren anknüpfen können und wollen.

Ort : Schloßstr.24, 06406 Bernburg